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Veröffentlicht in: Thuner Tagblatt, 14.07.2009, Seite 20

Dieses Wochenende: Oberländer Bands auf dem Berner Hausberg
Sie rocken den «magischen» Gurten

Internationale Top Acts sollen am Gurtenfestival für musikalische Sternstunden sorgen. Doch auch zwei Nachwuchsbands und ein alter Bekannter aus dem Oberland wollen am Wochenende die Herzen erobern.

«Und ebenfalls am Gurtenfestival auftreten werden – Loose Connection!» Am 3.April verkündete der Moderator im Berner Kultlokal Bierhübeli, wovon die vier Musiker aus Steffisburg und Thun zuvor bestenfalls geträumt hatten. Anlässlich des Wettbewerbs, bei dem vier Nachwuchsbands einen Auftritt auf der Waldbühne gewinnen konnten, überzeugten Loose Connection sowohl das Publikum als auch die Jury. Diese bezeichnete das Quartett danach sogar als die Entdeckung des diesjährigen Waldbühne-Wettbewerbs. «Der Gurten-Auftritt ist für uns definitiv ein Meilenstein, ein weiterer Schritt in der Entwicklung», erklärt Sänger Sam Blaser rund drei Monate nach dem grossen Coup.

Vom ursprünglich charakteristischen Punk-Rock der Gründerjahre hat sich Loose Connection zu einer Alternative- und Indieband gewandelt. Will heissen: Der Rock ist geblieben, die Experimentierfreudigkeit ist gestiegen. Bevor die Gruppe zur Aufnahme ihrer zweiten CD eine Woche nach Deutschland verreist, soll der Gurten ordentlich gerockt werden. «Es wird sicher ein surreales Gefühl sein, am gleichen Tag wie Oasis oder Silbermond aufzutreten», hält Gitarrist Manuel Berger fest.

«Berühmter geworden»

Auf einen möglichen Aufwärmbesuch von Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber kann sich Familie Gantenbein freuen. Die Band aus Interlaken hat ihr Konzert nämlich am Sonntagmittag, unmittelbar bevor Huber&Co. ihre Show starten. Gleich wie Loose Connection hat die sechsköpfige «Familie» ihr Gurten-Ticket beim Waldbühne-Wettbewerb im Bierhübeli gewonnen. «Seit diesem Tag sind wir sicher berühmter geworden», sagt Sänger Jürg Germann alias King George mit einem Augenzwinkern. Was die Oberländer Truppe auf der Bühne zeigt, ist am ehesten mit Mundart-Rock-’n’-Roll zu beschreiben. Allerdings wird auch mit unterhaltenden, fast zirkushaften Elementen nicht gespart. «Für das nötige Spektakel werden wir schon sorgen», meint Germann. Die Show werde deshalb auch für jene interessant, die die Familie noch gar nie live gesehen haben.

Für die beiden Nachwuchsbands ist das Gurtenfestival auch organisatorisch eine neue Erfahrung. Bisher waren sie für Werbung, Aufbau und Catering meist selbst verantwortlich, nun wird dies alles vom Gurten-Team abgewickelt. Geht es nach den Veranstaltern, sollen Loose Connection und Familie Gantenbein nach ihren Auftritten sogar Autogrammstunden abhalten.

Ritschi ohne «Heimweh»

Einer, der in seiner Karriere schon etliche Autogramme verteilt hat, ist «Plüsch»-Sänger Ritschi. Nach zwei Gurten-Konzerten in den Jahren 2004 und 2007 präsentiert der Interlakner heuer erstmals sein Soloprojekt auf dem Berner Hausberg. «Das erfüllt mich mit Stolz, denn es ist stets ein Privileg, auf dem Güsche zu spielen», schwärmt Ritschi. Er erwarte einen bumsvollen Konzerthang, der sich innert Minuten in einen Hexenkessel verwandle. Ritschi betont aber, dass jene Leute, die bei seinem Konzert mit Hits wie «Heimweh» oder «Häbs guet» rechnen, nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen werden. «Wer Schmusepop erwartet, wird erstaunt sein, dass ich auch anders kann.»

Für die beiden Nachwuchsbands aus der Region freut sich der 30-Jährige ebenso. Er unterstützt das Konzept der Waldbühne, die neuen Kräften in der einheimischen Musikszene eine Plattform bietet. «Der Gurten ist magisch. Wer dort spielen darf, erlebt für eine Zeit lang ganz grosses Kino.»

Gabriel Berger

Spielzeiten: Loose Connection: Sa., 18.7., 14 Uhr, Waldbühne. Familie Gantenbein: So., 19.7., 12.45 Uhr, Waldbühne. Ritschi: So., 19.7., 18.15 Uhr, Zeltbühne.

www.gurtenfestival.ch