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Veröffentlicht in: Thuner Tagblatt, 07.12.2007, Seite 33
MX3.ch – der ultimative Startschuss für eine Musiker-Karriere?
Innert kürzester Zeit ist die Schweizer Internet-Musikplattform MX3.ch zu einer der wichtigsten Werbedrehscheiben für junge Nachwuchsmusiker emporgeschossen. Der PFEFFER hat bei zwei Bands aus Thun nachgefragt, was sie von MX3 halten und was ihnen die Seite bisher gebracht hat.
Schweizer Musik scheint mächtig im Trend zu sein: Allein am letzten Sonntag schauten sich 1158000 Menschen die letzte Folge der Fernsehsendung «Die grössten Schweizer Hits» auf SF1 an. Fernab von aufwändig produzierten TV-Shows und Casting-Wettbewerben ist es aber gerade für Nachwuchsmusiker oft schwierig, auf sich aufmerksam zu machen. Viele wagen den Schritt ins World Wide Web, wo sich nebst einer eigenen Homepage die Präsenz auf einer Musik-Plattform anbietet.
Eine der momentan erfolgreichsten unter diesen Plattformen ist die Website www.mx3. ch. Seit ihrem Start vor 15 Monaten haben sich schon über 7000 einheimische Bands oder Einzelkünstler als Nutzer registrieren lassen (vgl. Kasten).
Dank der interaktiven Ausrichtung schafft es MX3, die Interessen von Künstlern, Konzertveranstaltern, Radiostationen und Musikliebhabern gleichermassen zu befriedigen. Andreas «Schibä» Scheiben, Sänger der Thuner Band «Aextra», findet MX3 eine gute Sache: «Wir können die Musik von anderen Bands kennenlernen – und umgekehrt.» Interessant findet er, dass auch grosse Schweizer Radiostationen regelmässig bei MX3 vorbeischauen und sich so nach neuer Musik erkundigen.
Thuner Band schaffte es
Den Sprung ins Radio soeben geschafft hat die Newcomerband Loose Connection aus Thun. Obwohl die Musiker ihrem Glück nachhalfen, zahlte sich für sie der Auftritt bei MX3 aus. «Ich habe den Radiosender Virus angefragt, ob wir in ihrer Sendung MX3 Play auftreten dürfen», erinnert sich Bassist Reto Rohrer. «Als sich die Radio-Leute einige Songs von uns angehört hatten, erhielten wir Bescheid, dass wir ins Studio eingeladen sind.»
In der Sendung plauderten die drei Bandmitglieder über ihre Musik, verrieten persönliche Geheimnisse und gaben live einen eigenen Titel zum Besten. «Für uns war es das erste Radio-Interview überhaupt. Wir haben uns extrem darüber gefreut», erklärt Schlagzeuger Jan Locher.
«Friend»-Funktion fehlt
Für die etwas bekanntere Band «Aextra» haben sich aus der Präsenz bei MX3 noch keine direkten Wirkungen ergeben. «Das liegt daran, dass wir ohnehin nicht viel unterwegs, sondern mehr im Studio waren», sagt Sänger Andreas Scheiben. Wenn es nach «Schibä» ginge, müsste MX3 zusätzlich zum bisherigen Angebot noch eine «Friend»-Funktion einführen – ähnlich wie bei MySpace. Damit könnten sich die einzelnen Bands untereinander noch besser vernetzen.
Ob MX3 eine solche Funktion nötig hat, darüber sind sich die Jungs von Loose Connection nicht ganz einig. «Sowohl MX3 als auch MySpace bie-tet uns gewisse Vorteile. Es braucht deshalb sicher bei-de Websites», meint Gitarrist Manuel Berger.
Den Schwung will die vierköpfige Band nun nutzen, um weiter im Gespräch zu bleiben. Kleines Manko: Sänger Samuel Blaser weilt noch bis Januar in Neuseeland und Schlagzeuger Jan Locher trägt seinen rechten Arm zurzeit im Gips. «Die MX3-Radiosendung hat uns motiviert, deshalb wollen wir ab Februar wieder mit Konzerten loslegen.»
Auch die Fans von «Aextra» erwartet im nächsten Jahr neues Material. Das Schreiben und Aufnehmen der Songs für das dritte Album ist vorbei, ebenso die Vorproduktion. «Nun stehen wir in Verhandlung mit unserem Plattenlabel wegen der Aufnahmen im Studio», erzählt Andreas Scheiben. Im besten Fall wird die neue CD im Frühling veröffentlicht.
Gabriel Berger (23)
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